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  • Simone Jacob

Bin ich ein Dauerlächler?Wenn ja, warum?


Fotograf Uwe Koerner

Auf meinen Modelljobs passiert es mir immer öfter, dass ich aufgefordert werde nicht zu lächeln, sondern ernst und stark zu schauen. Vielleicht zeigt sich hier, dass Frauen in der Gesellschaft nicht mehr nur als das schwache Geschlecht wahrgenommen werden sollen. Das ist großartig, aber ganz ehrlich, es fällt mir tatsächlich schwer nicht zu lächeln. Ich habe mich gefragt, warum...

Ein echtes Lächeln kann bezaubern. Aber oft lächele ich auch, wenn ich es gar nicht will. Lächeln ist manchmal fast ein Reflex und es ist nahezu unmöglich ihn zu unterdrücken. Wenn ich ernst schaue, komme ich mir beinahe unfreundlich, fast böse vor. Es scheint mir, dass ich mein Leben lang als Frau von Eltern, Gesellschaft und Medien darauf gepolt wurde freundlich zu gucken, eben zu lächeln.

Ich übe jetzt daher häufiger im Gespräch nicht automatisch zu lächeln, vor allem wenn es gar nichts zu lächeln gibt.

Wie geht es Dir damit? Wahrscheinlich kennst Du die folgende Situation: In einer Runde lachen alle über einen Witz den Du aber gar nicht komisch findest. Trotzdem ist der innere Drang extrem groß mitzulachen. Nicht in das Gelächter einzustimmen ist nahezu unmöglich und würde von den anderen wahrscheinlich als unhöflich und seltsam empfunden werden.


Auch wenn Freundinnen sich unterhalten wird überdurchschnittlich viel gelächelt. Es gleicht einer ständigen gegenseitigen Bestätigung und drückt aus, dass man sich mag und den anderen toll findet. Frauen werden in vielen Kulturen traditionell dazu erzogen oder ermutigt, freundlich und zugänglich zu sein und zu lächeln.

Ja, ein Lächeln ist wichtig und gut. Es ist eine Möglichkeit, Freundlichkeit, Kooperationsbereitschaft, Sympathie, Interesse, Zustimmung zu signalisieren, es kann aber auch Unterwürfigkeit oder Angst ausdrücken.

Psychologische Studien haben gezeigt, dass Lächeln in bestimmten Situationen sogar als Anzeichen von Unterwürfigkeit interpretiert werden kann. Dies hängt jedoch stark vom Kontext und anderen Faktoren ab. In einigen Fällen könnte ein übermäßiges Lächeln als Unsicherheit oder Versuch, Konflikten auszuweichen, betrachtet werden. Lächeln wird dann unmerklich zur Beschwichtigungsgeste. Es lächelt meist der mehr, der sich unterlegen fühlt.

Desto dominanter, erfolgreicher, selbstbewusster die Person, umso weniger lächelt sie. Übrigens, Männer lächeln generell weniger und Chefs sowieso! Nicht nur bei Menschen, auch bei Affen kann man das sehr gut beobachten. Der Ranghöhere lächelt praktisch nie. Er muss ja niemanden beschwichtigen.

Dies ist kein Plädoyer gegen das Lächeln , sondern nur eine Aufforderung Dich öfter dabei zu beobachten wann und warum Du lächelst. Welche Motivation steckt hinter Deinem Lächeln?

Beobachte was passiert, wenn Du mal nicht lächelst, auch wenn Du es normalerweise automatisch tun würdest. Wie reagiert Dein Gegenüber und wie fühlst Du Dich ? Souveräner, selbstbewusster, freier oder verunsichert? Am Ende ist es ist eine sehr gute Übung bei Dir zu bleiben.










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