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  • Simone Jacob

Plötzlich Krank?! Ich doch nicht! bis…




Wenn man jung ist, denkt man, krank werden nur die anderen. Den Geburtstagsgruß meiner Oma „Hauptsache gesund!“, habe ich nie verstanden. Wieso muss man das wünschen? Gesundheit ist doch selbstverständlich. Dachte ich! Letzten Sommer, wenige Wochen vor meinem 60. Geburtstag wurde ich eines Besseren belehrt. Aus heiterem Himmel bekam ich höllische Schmerzen in allen Gelenken parallel. 24 Stunden ohne Pause. Besonders Nachts. Es fühlte sich an, als würde jemand Messer in meine Handgelenke rammen. Ich konnte nicht mehr ohne Hilfe aus dem Bett steigen, Haare waschen, mich anziehen, Brot schneiden, Dosen öffnen. Unmöglich! Übernacht war ich zur Invalidin geworden und bis in meine schmerzhaften Knochen hinein schockiert.

Wie konnte das passieren? Sport war immer ein fester Bestandteil meines Lebens, ich ernährte mich gesund, größtenteils fleischlos, rauchte und trank nicht und dann das! Mir lag sehr viel daran meine Krankheit zu etikettieren. Ich wollte wissen welcher Feind in meinem Körper wohnt. Nach intensiver Recherche ging meine Selbstdiagnose in Richtung „Rheumatische Arthritis“. Und die war laut Dr. Google nicht heilbar. Das war dann so bis zu meinem Lebensende?! Ich war am Boden zerstört. Also nichts wie ab zum Rheuma-Arzt…aber soviel ich auch herum telefonierte, den frühesten Termin bekam ich in drei Monaten! Wie sollte ich diese Schmerzen bis dahin aushalten? Ich war zutiefst deprimiert.

Übernacht war mein Leben durch Schmerzen bestimmt und von Hilfe abhängig.

Eine Cortisonspritze vom Orthopäden befreite mich sechs Wochen später von den Schmerzen, aber natürlich war mir klar, dass diese nur die Symptome, nicht aber die Ursache bekämpfte. Bis zu meinem ersten Rheuma-Termin las ich alles, was ich über Rheuma finden konnte. Meine Recherche machte mich immer mutloser. Letztlich musste ich wohl lernen mit Rheuma-Schüben zu leben - wenn es denn Rheuma war - und würde dazu lebenslang auf Medikamente angewiesen sein.

"Rheumatische Arthritis" hämmerte es unaufhörlich in mir. Als Journalistin wusste ich, welche Macht Worte haben . Sie können sich in unserem Bewusstsein und dann in unserem Körper zementieren und damit den Raum zur Heilung sabotieren. Mein erster Schritt aus der Depression war deshalb, das Label "Ich habe Rheumatische Arthritis" in meinem Kopf zu löschen und zu ersetzen durch die Worte: "Es fühlt sich an wie eine Rheumatische Arthritis, könnte aber auch etwas ganz anderes sein." Damit war wieder alles möglich, alles konnte wieder gut werden. Ich ging über in den Kämpfer-Modus. Und dann öffnete sich gnädigerweise der Himmel. Ich stieß auf das Buch „Arthritis heilen“ von Dr. Susan Blum, einer New Yorker Ärztin . Sie war selbst an Rheumatischer Arthritis erkrankt und hatte sich sich mit kompletter Ernährungsumstellung und Darm-Sanierung geheilt.

Euphorisch warf ich den rheuma-untauglichen Inhalt meines Kühlschranks in die Tonne oder gab ihn Freundinnen. Für mich gab es ab sofort keine: Nachtschattengewächse (Tomaten, Kartoffeln, Auberginen, Paprika), Reis, Nudeln, Milchprodukte (Käse, Butter, Milch, Sahne, Quark, Joghurt), Eier, Fleisch- und Wurstwaren, Getreide (Brot, Backwaren, Kekse), Kaffee, Säfte.


Das hört sich übel an, ich weiß. Und ganz ehrlich, in schmerzfreiem Zustand hätte ich diese konsequente Ernährungsumstellung wohl nicht geschafft. Völlig überraschend wurde aus der Qual bald Freude, denn ich entdeckte eine völlig neue Seite an mir. Bis zu meiner Krankheit war ich oft ein nebenbei Snacker. Richtig mit Liebe gekocht, habe ich eher selten. Jetzt wurde ich zum größten Fan veganer Foodblogs. Ich entwickelte mich zu einer begeisterten, kreativen Köchin und es stellte sich heraus, dass sich aus dem „Wenigen“ was ich essen durfte, köstliche, vegane Gerichte zaubern ließen. Meine Kinder bombardierte ich zu ihrem Leidwesen täglich über WhatsApp mit Fotos meiner neuen kulinarischen Errungenschaften .

Sich gesund Essen funktioniert aber nur, wenn auch der Darm ins Team geholt wird. Leider reden wir über diesen Teil unseres Körpers nicht besonders gerne. Er wird assoziiert mit schlechten Gerüchen und Blähungen. Doch er ist viel mehr. Der Darm ist der Anfang von Allem. Wir sollten ihn wie einen König behandeln, denn er entscheidet über unser psychisches und körperliches Wohlbefinden.

Stattdessen traktieren wir dieses etwa drei Meter lange Wunderwerk mit Antibiotika, Medikamenten, Gluten, Lactose, Zucker, Nachtschattengewächsen, industriell bearbeiteten Nahrungsmitteln, die mehr Tot-, als Lebensmittel sind, Sie alle schädigen unseren Darm, bis schließlich ein sogenanntes „Leaky Gut“ Syndrom entstehen kann. Schon mal gehört? Ich nicht - bis vor sechs Monaten!



Leaky Gut (engl. durchlässiger Darm) heißt, dass die Schleimhaut des Darms ihre Barrierefunktion eingebüßt hat. Wichtige Nährstoffe und Mineralstoffe, die eigentlich unseren Körper versorgen sollten, bleiben an der gestörten Darmbarriere hängen. Während schlechte Bakterien und Toxine nicht ausgeschieden werden, sondern durch die Darmwand in den Blut-Kreislauf wandern. Das sorgt in unserem Körper für Chaos. Unser Immunsystem gerät sofort in Alarmbereitschaft und greift die Eindringlinge an. Es entstehen Entzündungen, die zu Auto-Immunerkrankungen wie Rheuma oder Hashimoto führen können, Der Körper greift sich also selbst an. Daher ist es so wichtig den Darm zu sanieren,.

Aber wie? Ich habe dafür anhand des Buches von Dr. Susan Blum eine Liste erstellt. Die amerikanischen Probiotika, Enzyme, Vitamine und Mineralstoffe habe ich durch deutsche Produkte ersetzt und füge sie täglich meiner Ernährung hinzu. (Die Liste kann ich Euch kostenlos zuschicken).


In den letzten sechs Monaten lernte ich das Essen zu zelebrieren. Ich habe Berge an Gemüse und Obst verzehrt, meine Verdauung und Laune sind topp, ich gehe wieder zum Sport und komme ganz ohne Medikamente aus. Und das Beste, ich hatte bisher keinen Rückfall..


Inzwischen habe ich die Ergebnisse aller erforderlichen Blut-Tests, Röntgenaufnahmen und MRTs. Was ich genau habe, weiß ich trotzdem noch nicht. Ich bin serumnegativ, d.h. ich habe alle Anzeichen einer rheumatischen Arthritis, aber in meinem Blut sind nicht die typischen Antikörper zu finden. Mein sogenannter „Rheumaschub“ könnte also auch die Folge von Corona oder einer anderen Virusinfektion oder stressbedingt sein. Wer weiß das schon?! Anscheinend ist nichts wabbeliger als der rheumatische Krankheitskreis.

Aber ich muss diese Krankheit auch gar nicht mehr benennen. Für mich zählt nur noch, dass ich mir selbst durch diese harte Zeit näher gekommen bin und gelernt habe meinen Körper und seine Bedürfnisse besser zu spüren. Momentan bin ich schmerzfrei und dafür spüre ich eine große Dankbarkeit.

Durch meine Erkrankung habe ich erfahren, dass es wichtig ist die Verantwortung für die eigene Gesundheit nicht abzugeben. Der Körper hat enorme Selbstheilungskräfte und wenn man ihm genau zuhört, kann er uns sagen was er braucht.

Wichtig! Ich bin keine Ärztin und erhebe keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit oder Vollständigkeit. Dies sind meine Erfahrungen, mein Weg…und ja, er hat funktioniert. Zumindest bis jetzt… Darüber bin ich unendlich froh und ich würde mich sehr freuen, wenn ich anderen Betroffenen Mut machen konnte. Ich weiß, wie schrecklich es ist, wenn das Leben nur noch aus Schmerzen besteht und sich kein Lichtstreifen am Horizont zeigt.

Was sind Eure Erfahrungen? Ich freue mich über Tipps und einen regen Austausch.

Mittlerweile gehe ich meine Ernährung etwas lockerer an und füge auch

mal „verbotene Speisen“ hinzu und beobachte was mit mir passiert. Das Gute ist, ich kann ja jederzeit zu meiner Diät zurückkehren.


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Da mich viele Follower auf Instagram nach den erlaubten Lebensmitteln und Zusatzstoffen gefragt haben, hier schon mal ein kurzer, nicht vollständiger Überblick:

Die vollständige Liste über meine Lebensmittel und Zusatzstoffe, welche ich nach dem Buch von Dr. Susan Blum, erstellt habe, kann ich Euch auf Anfrage gerne kostenlos zuschicken.

Getreide: Buchweizen, Amaranth, Quinoa, glutenfreier Hafer, Chia, Kerne (Sonnenblumen, Kürbis etc.), Nüsse (außer Haselnuss) KEINE Mais- oder Sojaprodukte


Gemüse: Linsen, rote Beete, Süsskartoffeln, Blumenkohl, Rosenkohl, Brokkoli, Kraut, Zucchini, Kürbis, Karotten, Bohnen, Avocado, Lauch, Pilze, Erbsen, Spinat, Mangold, alle Salate, alle Kräuter außer Chilli

KEINE Nachtschattegewächse wie Kartoffeln, Tomaten, Auberginen, Mais, Paprika, Peperoni, Chillischoten)


Früchte: Blaubeeren, Himbeeren, Bananen, Äpfel, Granatäpfel, Kaki, Mandarinen, Zitronen, rote Weintrauben, Grapefruit etc.


Fisch: Sorten mit möglichst wenige Quecksilber ( Ehrlich gesagt schwierig!!! Welche Fische sind noch unbelastet?!) Kabeljau, Hering, Achovis, Heilbutt, Sardinen, Seesaibling, Wildlachs


Tiere: Lamm, Wild


Milchprodukte: Milch und Joghurt aus Kokosnussmilch, veganes Ei, Ziegenkäse


Zum Süßen: Honig, Ahornsirup, Birkenzucker


Für die Darm-Sanierung:

Probiotika, Enzyme, Vitamine und Mineralstoffe:

  1. Probiotika (Wichtig: magenresistent, in Deutschland hergestellt, Minimum 60 Milliarden / Tag),

  2. L-Glutamin

  3. Verdauungs-Enzyme

  4. Traubenkernextrakt

  5. Schwefel

  6. Curcuma / Zimt / Weihrauch

  7. Vit. B-Komplex

  8. Vit D3

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Mein Speiseplan sieht in etwa so aus:


z.B. Morgens:

Porridge (habe ich bereits in meinen IG Stories gepostet): gepufften Amaranth, Quinoa und Hirse, glutenfreien Hafer, Leinsamen, Chia, alles aufgekocht mir Kokosnussmilch, gesüßt mit Ahornsirup, dazu z.B. frische Beeren, Äpfel, Mango, Bananen.


andere Mahlzeiten:

z.B. Salat: Linsen, Salatgurke, Karotten, Süsskartoffeln, Chicoree, grüner Salat, Rosinen Cashewnüsse, Sonnenblumenkerne, Koriander. Alles klein gehackt. Salatsosse: süßer Senf, Apfelessig, Leinöl, evtl. glutenfreie Sojasosse, Salz, Pfeffer, evtl. Chilli, Dressing: Leinöl, Dijon Senf, Apfelessig, Salz, Pfeffer. Granatapfelkerne55

Dieser Salat lässt sich unendlich mit allen erlaubten Gemüsen variieren.


z.B. Ofengemüse: Blumenkohl in Scheiben schneiden, mit etwas Öl übergießen Salz, Pfeffer. Im Ofen backen, bis leicht kross.

Das Gleiche geht natürlich auch mit Rosenkohl, Kraut, Zucchini. Was übrig bleibt, kann am nächsten Tag mit in den Salat.


Dazu evtl. einen Ofenfisch





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